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Kinderschutz ist ein hochaktuelles Thema. Kaum eine Woche vergeht ohne Zeitungsmeldungen über einen neuen schockierenden Fall der Kindesmisshandlung. Schnell ist dann der Vorwurf bei der Hand, es wären eindeutige Hinweise ignoriert worden.
Im Alltag der Kindergärten zeigen sich dagegen meist unklare Familiensituationen mit Erziehungs- und Betreuungsproblemen, familiären Konflikten sowie finanziellen Schwierigkeiten. Solche Problemlagen gehen über die kindbezogenen Betreuungsaufgaben und Hilfsmöglichkeiten von Kindertagesstätten weit hinaus. Zu allem Überfluss sind die gesetzlichen Aufgabenbeschreibungen diffus, was mit zur Verunsicherung vieler Mitarbeiterinnen beiträgt. Der Kurs soll praxisorientiert helfen, Gefährdungsrisiken zu erkennen und einzuschätzen sowie geeignete Hilfsmaßnahmen auszuwählen und zu initiieren.
Es werden u.a. folgende Fragenkomplexe erarbeitet und mit praktischen Übungen durchgespielt:
- Wo findet die elterliche Sorge ihre Grenzen?
- Wann habe ich „gewichtige Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Wohls eines Kindes“ (§ 8a Abs. 1 SGB VIII) und wann ist nur eine „dem Wohl des Kindes entsprechende Erziehung nicht gewährleistet“ (§ 27 SGB VIII)?
- Welche Aufgaben kommen auf mich in diesen Situationen zu und wo liegen die Grenzen (u. a. Vertraulichkeit und Datenschutz)?
- Was bringen Erhebungsbögen, Risikoeinschätzungen und wie gehe ich mit ihnen um?
- Wie kann ich das Gespräch mit den Eltern führen, ohne die Zusammenarbeit zu gefährden?
- An welche externen Partner kann ich verweisen und wann muss ich das Jugendamt einschalten?
- Was tue ich, wenn die Eltern das Problem ignorieren oder selbst Teil des Problems sind?
- Wie verfahre ich intern und wie dokumentiere ich den Vorgang?
- Bestehen für mich Haftungsrisiken?
Die Bereitschaft, kurze Artikel zur nächsten Sitzung durchzulesen und zu einer praktischen Prüfung am Ende des Kurses wird vorausgesetzt.
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